Projekte
Laufende Projekte
Mechanisms of episodic memory in health and disease Projektbeschreibung:
Das episodische Gedächtnis ist ein Gedächtnissystem, das es Menschen und Tieren ermöglicht sich an spezifische Ereignisse, die das Individuum als bedeutsam, weil emotional aktivierend, erlebt hat zu erinnern. Erinnert wird nicht nur „Was“ sich ereignet hat sondern auch der zeitlich-räumliche Kontext, das „Wann“ und „Wo“ des Ereignisses. Im Rahmen dieses Projekts wird eine solche Erinnerung an spezifische Ereignisse experimentell induziert und verbal, nonverbal motorisch und über ereigniskorrelierte Potentiale erfasst. Wir möchten einerseits die Bedingungen unter denen eine episodische Gedächtnisbildung bei gesunden Menschen angeregt wird untersuchen, andererseits auch Störungen des episodischen Gedächtnisses infolge von Demenzerkrankungen und Angststörungen untersuchen. Eine weitere Zielsetzung des Projekts ist es eine Methode zur diagnostischen Differenzierung von Demenzerkrankungen und Altersdepression zu entwickeln. Parallel bzw. ergänzend zu den Humanexperimenten werden neurogenetische und neuropharmakologische Korrelate des episodischen Gedächtnisses im Tiermodell mit neurowissenschaftlichen Methoden (Pharmakologische Interventionen, Eingriffe in das Genom) untersucht, die für Humanstudien nicht zur Verfügung stehen.
Kooperationspartner: PD Dr. Ekrem Dere, Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky.
Weitere Informationen zu diesem Thema bieten folgende Artikel:
Dere, E., Pause, B. M. & Pietrowsky, R. (2010). Emotion and episodic memory in neuropsychiatric disorders. Behavioural Brain Research, 215, 162-171. Abstract
Pause, B.M., Jungbluth, C., Adolph, D., Pietrowsky, R. & Dere, E. (2010). Induction and measurement of episodic memories in healthy adults. Journal of Neuroscience Methods, 189, 88-96. Abstract
Untersuchung der Wahrnehmung potentieller menschlicher Chemosignale in Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung Projektbeschreibung:
Androstenon, eine charakteristische Komponente des männlichen Körpergeruchs, ist eines der am häufigsten diskutierten potentiellen menschlichen Chemosignale. Die Wahrnehmung von Androstenon scheint abhängig vom Geschlecht zu sein: Erwachsene Männer weisen häufiger als Frauen eine spezifische Anosmie für Androstenon auf, und sind darüber hinaus weniger sensitiv für seinen Geruch als Frauen. Frauen dagegen bewerten Androstenon häufig deutlich unangenehmer als Männer. Bisher ist in solchen Fragestellungen jedoch nie die sexuelle Orientierung berücksichtig worden. In diesem Projekt soll nun untersucht werden, ob die Wahrnehmung von Androstenon abhängig ist von der sexuellen Orientierung. Da Männer sich häufig als entweder homosexuell oder heterosexuell beschreiben, werden die absoluten Wahrnehmungsschwellen homosexueller und heterosexueller Männer für Androstenon miteinander verglichen. Darüber hinaus wird die subjektive Bewertung des Geruchsstoff untersucht, ebenso wie die subjektive emotionale Reaktion auf Androstenon. Frauen dagegen beschreiben sich selbst neben homo- und heterosexuell häufig als bisexuell. Daher sollen bei den weiblichen Probanden korrelative Zusammenhänge zwischen der sexuellen Orientierung und der Sensitivität für Androstenon sowie der subjektiven Bewertung und emotionalen Reaktion geprüft werden. Es wird erwartet, dass homosexuelle Männer sensitiver für Androstenon sind als heterosexuelle Männer sowie dass sie sich in ihrer Bewertung von Androstenon und ihrer emotionalen Reaktion auf Androstenon von den heterosexuellen Männern unterscheiden. Für Frauen wird angenommen, dass ein positiver Zusammenhang besteht zwischen dem Ausmaß der selbstbeschriebenen Heterosexualität und der Sensitivität für Androstenon, sowie dass die sexuelle Orientierung einen Zusammenhang zur Bewertung und emotionalen Reaktion auf Androstenon aufweist. weitere Informationen zu diesem Thema bietet folgender Artikel:
Lübke, K., Schablitzky, S. & Pause, B. M. (2009). Male Sexual Orientation Affects Sensitivity to Androstenone. Chemosensory Perception , 2, 154-160. Abstract

Untersuchung der zentralnervösen Verarbeitung menschlicher Körpergerüche in Abhängigkeit von der sexuellen Orientierung bei Männern und Frauen Projektbeschreibung:
In der Vergangenheit konnte bereits gezeigt werden, dass die Bewertung menschlicher komplexer Körpergerüche abhängig ist jeweils von Geschlecht und sexueller Orientierung sowohl der Geruchsgebenden als auch der EmpfängerInnen. Ebenso scheint die Verarbeitung einzelner Komponenten des Körpergeruchs abhängig von der sexuellen Orientierung. Innerhalb dieses Projekts soll untersucht werden, ob die zentralnervöse Verarbeitung menschlicher Körpergerüche abhängig ist von der sexuellen Orientierung der/des Wahrnehmenden einerseits und Geschlecht sowie sexueller Orientierung der/des Geruchsgebenden andererseits. Im einzelnen werden hierzu chemosensorisch-ereigniskorreltierte Potentiale (CSEKPs) von homosexuellen und heterosexuelle Frauen sowie Männern verglichen. Darüber hinaus wird eine ereigniskorrelierte Stromdichteanalyse durchgeführt. Es wird erwartet, dass in allen Gruppen die Körpergerüche des präferierten Geschlechts verstärkt verarbeitet werden.
Untersuchung zum Empathie-Empfinden in Reaktion auf emotionale Gesichter in Abhängigkeit der sexuellen Orientierung bei Männern und Frauen – Der Einfluss humaner Chemosignale als Kontextreize Projektbeschreibung:
In diesem Projekt sollen mögliche Unterschiede zwischen homo- und heterosexuellen Frauen sowie Männern in der Ausprägung von Empathie untersucht werden, wobei menschliche Körpergerüche als soziale Kontextreize fungieren sollen. Erhöhte Empathie bei homosexuellen im Vergleich zu heterosexuellen Männern konnte bereits gezeigt werden, für Frauen existieren bisher keine Befunde. Innerhalb evolutionärer Theorien werden Unterschiede in Eigenschaften wie Empathie immer wieder als Einflussfaktoren für die evolutionäre Stabilität von Homosexualität diskutiert.
Entwicklung von Fragebögen zur sexuellen Orientierung Projektbeschreibung:
Es existiert bis heute keine allgemeingültige Definition des Begriffs „Sexuelle Orientierung“, und als Folge ebenso wenig eine allgemeingültige Methode der Erhebung der sexuellen Orientierung. Abhängig davon, ob sexuelle Orientierung beispielsweise über sexuelle oder romantische Anziehung definiert wird, oder über sexuelle Erregung, das Sexualverhalten oder die sexuelle Identität geraten unterschiedliche Aspekte in den Fokus der Aufmerksamkeit, die unterschiedliche Konzepte der Erhebung nach sich ziehen. Darüber hinaus scheinen für Frauen und Männer die verschiedenen Aspekte unterschiedlich relevant zu sein. Innerhalb des in der Entwicklung befindlichen Fragebogens wird versucht, möglichst umfassend den verschiedenen genannten Konzepten Rechnung zu tragen. Außerdem sollen verwandte Bereiche wie Geschlechtsrollenkonformität in der Kindheit oder Homophobie integriert werden, ebenso wie, biologische Konzepte. Zusätzlich zu diesen theoriegeleiteten Anteilen des Fragebogens werden zahlreiche Anregungen und Meinungen von homo- bi- und heterosexuellen Frauen und Männer integriert, um zunächst einen möglichst breit gefächerten, differenzierten und aktuellen Fragenkatalog zu generieren. Ziel ist es, einen den wissenschaftlichen Normen entsprechenden Fragebogen zu konstruieren, der die jeweils für Frauen bzw. Männer relevanten Teilaspekte ausreichend abdeckt. Explorative Faktorenanalysen können darüber hinaus Aufschluss über die Dimensionalität der sexuellen Orientierung bei Frauen und Männern geben.
Sachbeihilfe der DFG zur Untersuchung der intentionalen Regulation emotionalen Erlebens Laufzeit: 2 Jahre Projektbeschreibung:
Studien zur Emotionsregulation zeigen, dass Menschen in der Lage sind, emotionale Zustände zu verstärken oder abzuschwächen. Die intentionale Kontrolle emotionaler Zustände korreliert mit einer veränderten zentralnervösen Reizverarbeitung und Aktivität und einer veränderten Aktivierung basaler Motivationssysteme. Studien unserer Arbeitsgruppe zeigen, dass Emotionen auch chemosensorisch zwischen Menschen kommuniziert werden. Im Rahmen des beantragten Projektes soll die Fähigkeit zur Emotionsregulation im Kontext visueller und chemosensorischer emotionaler Reize untersucht werden. Beide Reizmodalitäten sollen sowohl soziale als auch nicht-soziale Reize umfassen. Erfasst werden sollen vor allem Maße der impliziten Reizverarbeitung (Ereigniskorrelierte Potentiale, ereigniskorrelierte Stromdichteanalyse über eine 64 Kanal-Ableitung, Hautleitwertreaktion und Startle-Reflex). Neben gesunden Kontrollpersonen sollen hoch sozial-ängstliche Probanden untersucht werden. Es wird erwartet, dass chemosensorisch und sozial evozierte Emotionen in einem geringeren Ausmaß reguliert werden können, als visuell und nicht-sozial evozierte Emotionen und dass Emotionsregulationsstrategien bei sozial Ängstlichen eingeschränkt sind.
Sachbeihilfe der DFG zur Untersuchung der olfaktorischen Diskriminationsleistung beim Menschen Laufzeit: 2 Jahre Projektbeschreibung:
Geruchliche Diskriminationsleistungen reflektieren die Eigenschaft des geruchlichen Systems Qualitätsveränderungen hoch sensitiv zu detektieren. Diese Wahrnehmungsleistungen können beim Menschen objektiv über Wahlentscheidungsaufgaben erfasst werden und sind im Bereich der Grundlagenforschung insbesondere für vergleichende Untersuchungen wertvoll. Anwendungsaspekte ergeben sich vielfach für die Früh- und Differentialdiagnostik neurodegenerativer und psychiatrischer Störungen. Es gibt zur Zeit jedoch kein den Testgütekriterien genügendes Verfahren, welches die geruchliche Diskriminationsleistung erfasst. Aus diesem Grunde werden bis heute geruchliche Diskriminationsleistungen beim Menschen auf unterschiedlichste Weise erhoben, wodurch die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mangelhaft ist. Die geplante Studie hat zum Ziel, ein reliables und valides Verfahren zur Erhebung der geruchlichen Diskriminationsleistung zu entwickeln. Die Diskriminationsleistung soll über die Detektion von Konzentrationsunterschieden in Geruchsmischungen erfasst werden. Intensitätsunterschiede sollen für die Einzelsubstanzen und deren Mischungen minimiert werden. Die Diskriminationsleistung soll nur das olfaktorische und nicht das trigeminale System beanspruchen.
Abgeschlossene Projekte
Sachbeihilfe der DFG zur Untersuchung emotionaler Chemosignale beim Menschen Laufzeit: 2 Jahre weitere Informationen zu diesem Thema bieten folgende Artikel:
Pause, B.M., Lübke, K., Laudien, J.H. & Ferstl, R. (2010). Intensified neuronal investment in the processing of chemosensory anxiety signals in non-socially anxious and socially anxious individuals. PLoS ONE 5(4):e10342. DOI:10.1371/journal.pone.0010342 Link zu PLoS ONE
Pause, B.M., Adolph, D.,Prehn-Kristensen, A. & Ferstl, R. (2009). Startle response potentiation to chemosensory anxiety signals in socially anxious individuals. International Journal of Psychophysiology, 74, 88-92. Abstract

Prehn-Kristensen, A., Wiesner, C., Bergmann, T.O., Wolff, S., Jansen, O., Mehdorn,H.M., Ferstl, R. & Pause, B. M. (2009). Induction of Empathy by the Smell of Anxiety. PLoS ONE 4(6): e5987. DOI: 10.1371/journal.pone.0005987 Link zu PLoS ONE

Prehn, A., Ohrt, A., Sojka, B., Ferstl, R. & Pause, B. M. (2006). Chemosensory anxiety signals augment the startle reflex in humans. Neuroscience Letters, 394 (2), 127 - 130. Abstract
Pause, B. M., Ohrt, A., Prehn, A. & Ferstl, R. (2004). Positive emotional priming of facial affect perception in females is diminished by chemosensory anxiety signals. Chemical Senses, 29, 797-805. Abstract
Pause, B.M. , Hellmann, G., Göder, R., Aldenhoff, J.B. & Ferstl, R. (2008). Increased processing speed for emotionally negative odors in schizophrenia. International Journal of Psychophysiology, 70, 16-22. Abstract
Sachbeihilfe vom Olfactory Research Fund (New York) zur Untersuchung prä-attentiver Geruchsverarbeitung Laufzeit. 1 Jahr weitere Informationen zu diesem Thema bietet folgender Artikel:
Krauel, K. & Pause,B.M. (2001). Pre-attentive Odor Processing. In Lorig, T. S. (Hrsg.),Compendium of olfactory research (65-70). Kendall/Hunt Publishing Company, Iowa, USA. Artikel
Donnerstag, 09. 02. 2012
Biologische Psychologie
und Sozialpsychologie
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Letzte Änderung: 11.05.2011, 13:51


