Information für Patienten

Wir arbeiten mit drei Gruppen sehgestörter Patienten:

1. Die "Augenblinden"

Die erste dieser Gruppen bilden Patienten, die blind sind, weil sie ihre Augen bzw. die Funktionstüchtigkeit ihrer Augen eingebüsst haben. Bei einer kleinen Gruppe von jungen Patienten wollen wir eine Hörbrille testen, welche das Bild einer kleinen, in einer Sonnenbrille verborgenen Videokamera mithilfe eines Notebooks in akustische Signale übersetzt, die über Kopfhörer zur Verfügung gestellt werden.

Wir haben dieses System bei normalsichtigen Versuchspersonen, von denen einige die Augen über einen Zeitraum von mehreren Wochen verbunden hatten, ausprobiert. Wenn Sie Interesse haben, an der nächsten Stufe der Untersuchungen teilzunehmen, wenden Sie sich bitte an die unten angegebene Kontaktadresse.
(Lesen Sie einen Bericht aus der "Welt am Sonntag" über das erste Forschungsexperiment hier.)

2. Die "Rindenblinden"

Menschen, die durch eine Verletzung oder einen Schlaganfall im Bereich der hinteren Hirnarterie einen Gesichtsfeldausfall erlitten haben, können die vom erblindeten Gesichtsfeldanteil kommende Sehinformation nutzen lernen. Das sogenannte Blindsehen, das dabei entsteht, hilft ihnen, sich an den Ausfall anzupassen, Hindernissen auszuweichen und auf "ungesehene" Stimuli zu reagieren. Im Laufe der Zeit haben wir bei einer Reihe unserer Patienten nicht nur Verbesserungen im visuell gesteuerten Verhalten, sondern auch Verkleinerungen des Gesichtsfeldausfalls feststellen können.
Patienten, die das Blindsehen lernen wollen, kommen regelmäßig zu uns ins Institut. Für Patienten, die außerhalb des Einzugsbereiches Düsseldorf wohnen, gibt es auch die Möglichkeit, nach einer ausführlichen Eingangsuntersuchung zu Hause am Computer zu trainieren.


3. Die "Seelenblinden"

Bei Seelenblinden ist nicht das Sehen an sich verloren gegangen, sondern sie können aufgrund einer Störung in höheren Anteilen des Sehsystems das Gesehene nicht mehr erkennen.

Neben einem häufigen Verlust des Farbensehens sind vor allem Probleme beim visuellen Erkennen von Gegenständen und Gesichtern auffällig. Auch bei diesen Patienten versuchen wir, durch gezieltes Training der gestörten Funktionen Verbesserungen der Sehfähigkeit zu erzielen.

Dieses bekannte Bild eines Dalmantinerhundes, der erst nach einiger Betrachtung sichtbar wird, verdeutlicht vielleicht, wie die Welt aussieht, wenn man zwar sieht, aber nichts erkennen kann.

Kontakt: IEP2@uni-duesseldorf.de

Letzte Änderung: 28.05.2009, 15:48
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