Masterarbeiten
Falls Sie für Ihre Masterarbeit ein Thema aus dem Bereich der Klinischen Psychologie suchen, finden Sie hier mögliche Masterarbeitsthemen.02.09.2011
Im Rahmen des Kooperationsprojektes der Universität Düsseldorf und der Universität Utrecht (Niederlande) zur Entwicklung und Evaluation einer internetbasierten Selbsthilfe Intervention für Albträume suchen wir zur Unterstützung der zweiten Projektphase eine/n Masterstudenten/in, der/die das Projekt zur Anfertigung seiner/ihrer Masterarbeit nutzen möchte.
Hintergrund:
Das von Thünker und Pietrowsky (2010) neu entwickelte Albtraumtherapiemanual und die zu Grunde liegende „Imagery rehearsal therapy“ (IRT) sind effektive Maßnahmen zur Reduzierung der Albtraumfrequenz und den damit einhergehenden Symptomen. Diese Effekte werden auch dann gefunden, wenn IRT als Selbsthilfemanual angewendet wird. Die Ausfallrate ist jedoch sehr hoch (50%). Darüberhinaus gibt es eine Vielzahl von Studien, die belegen, dass internetbasierte Interventionen wirksam sind. Dies scheint insbesondere für kognitiv-behaviorale Ansätze zu gelten. Unschlüssig bleibt, welche Rolle die Intensität und Qualität des therapeutischen Kontaktes für die Therapiewirksamkeit und -komplianz spielt.
Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Entwicklung und Evaluation einer internetbasierten, begleiteten Selbsthilfe-Intervention für Albträume. Dazu wurde im ersten Schritt die Inhalte der Albtraumtherapie in das frei gestaltbare und vor allem für kognitiv-behaviorale Therapieansätze gut geeignete Content Management System (CMS: Sorbi, 2008) eingearbeitet und in einem Pilotprojekt auf seine Anwendbarkeit getestet. Die Resultate sind vielversprechend. Allerdings wurde die Anwendbarkeit noch nicht bei Personen getestet, die unter regelmäßig wiederkehrenden Albträumen leiden.
Beschreibung des Folgeprojekt:
In der Folgestudie geht es darum, die Anwendbarkeit und Effektivität des Albtraumcoachs mit einer Gruppe von Personen, die unter regelmäßig wiederkehrenden Albträumen leiden, zu testen (N=20). Dazu müssen zunächst die aus der ersten Studie resultierenden Verbesserungsvorschläge in die Internetplattform (Content Management System) eingearbeitet werden. Es folgt die genaue Planung des methodischen Vorgehens, sowie die Rekrutierung der Studienteilnehmer. Dabei muss der Studienablauf mit Hilfe des Internetportals koordiniert werden. Während der Intervention müssen die Teilnehmer durch regelmäßige Rückmeldungen zu den einzelnen Trainingsinhalten betreut werden. Es folgt die Datenauswertung und die Berichterstattung.
Es handelt sich um ein Projekt von großem Umfang, indem viel Eigenständigkeit erwartet wird. Es bietet die Möglichkeit, Einblick in das zunehmend populärer werdende Gebiet der Internetbehandlungen zu bekommen. Zusätzlich erlangen Sie Erfahrungen in der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Albträumen (Imagery rehearsal therapy) und können bereits in Ihrer Masterarbeit eine Interventionsstudie durchführen. Das Projekt läuft unter der Anleitung von Max Böckermann (MSc). Die Masterarbeit wird von Herrn Prof. Pietrowsky betreut. Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt zu Prof. Dr. Pietrowsky (r.pietrowsky@uni-duesseldorf.de) oder Max Böckermann (maxboecker@hotmail.com) auf.
Weitere Informationen unter www.albtraumcoach.de.
16.03.2012
Aktuelle Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Psychotherapie auch dann wirken kann, wenn Klient und Therapeut ausschließlich über das Internet miteinander kommunizieren (z.B. Barak, Hen, Boniel-Nissim & Shapira, 2008) und dass sich auch in diesem Setting so etwas wie eine psychotherapeutische Beziehung etablieren kann (Knaevelsrud & Maercker, 2006, 2007). Jedoch geht durch die Kommunikation über geschriebenen Text viel Information, insbesondere nonverbaler Art, verloren, welches unter dem Stichwort Signalkongruenz diskutiert wird, und viele Informationen müssen durch den Patienten selbst erschaffen werden. In einer klassischen sozialpsychologischen Studie wurde eine Gesprächssituation im Chat mit einer „normalen“ Face-to-Face-Interaktion verglichen. Ergebnis war, dass die Probanden im Chat ihren Chatpartner stärker in Einklang mit ihrem Bild von einem „idealen Freund“ beurteilen (Bargh, McKenna & Fitzsimons, 2002).
Obwohl diese klassische sozialpsychologische Studie bereits sehr häufig zitiert wurde, habe ich bisher keine Studie gefunden, welche etwas Ähnliches im Zusammenhang mit Gesundheitsinterventionen untersucht hat. Wer Interesse hat, solche Untersuchungslinien weiter zu denken und hierzu im Rahmen einer Masterarbeit zu forschen, sei hierzu herzlich eingeladen. Es dürfen sich ausdrücklich auch jene Studierende angesprochen fühlen, welche noch nicht kurz vor ihrem Abschluss stehen, aber beabsichtigen ihr Studium zügig fortzuführen und sich deswegen jetzt schon nach Themen umschauen.
Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt zu Dr. Annika Gieselmann auf: Annika.Gieselmann@uni-duesseldorf.de
Letzte Änderung: 16.03.2012, 09:05



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